Dermatochalasis des Unterlides – „Tränensäcke“
Augenlid, Lid-Chirurgie, Lidchirurgie
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Dermatochalasis des Unterlids – „Tränensäcke“

Bei Erschlaffung der Bindegewebsstrukturen des Unterlids kann zum einen ein Hautüberschuss entstehen, zum anderen wölbt sich oft das tiefer gelegene Fettgewebe vor. Diese scheinbaren Schwellungen werden umgangssprachlich gerne als „Tränensäcke“ bezeichnet. Mit den Tränen oder dem Tränensack (Saccus lacrimalis) hat dies aber nichts zu tun. Obwohl das Krankheitsbild oft als Gegenstück zum Schlupflid/Dermatochalasis des Oberlids betrachtet wird, handelt es sich um ein komplexeres Krankheitsbild, und auch die Operation ist meist umfangreicher als die sogenannte Schlupflidkorrektur oder Blepharoplastik des Oberlids.

Welche Ursachen liegen der Unterlid-Dermatochalasis zugrunde?

Meist handelt es sich um eine altersbedingte Veränderung, die zunehmend ab dem 60. Lebensjahr auftreten kann. Das Fettgewebe der Augenhöhle (Orbita) drückt sich durch das mit dem Alter weniger straffe Bindegewebe der Unterlider nach vorne.

Ggf. sollte man ausschließen, dass Allergien oder Stoffwechselerkrankungen der Schilddrüse oder der Nieren eine echte Schwellung der Lider hervorrufen. Dann steht die Behandlung dieser auslösenden Grunderkrankung im Vordergrund.

Äußerst selten ist die „echte“ Blepharochalasis, ein Krankheitsbild bei dem es von Kindheit an zu Episoden mit massiver Ober- und Unterlidschwellung kommt. Langfristig kommt es zur Atrophie der Haut der Lider mit Verfärbung und übermäßiger Faltenbildung. Die Ursache ist unbekannt.

Wie bemerke ich eine Unterlid-Dermatochalasis (Symptome):

Es handelt sich um eine deutlich sichtbare Veränderung. Das charakteristische Aussehen, d. h. der Hautüberschuss des Unterlids und/oder die Vorwölbung des Fettgewebes führen zu einem vorgealterten Aspekt der Unterlidpartie.

Welche weiteren Symptome treten bei der Unterlid-Dermatochalasis auf?

Häufig leiden die Pateinten unter einer vermehrten Ermüdung bei Sehanforderung, außerdem kann ein trockenes Auge/eine reduzierte Befeuchtung der Augenoberfläche verschlimmert werden.

Wie wird eine Unterlid-Dermatochalasis behandelt?

Eine konservative Therapie gibt es nicht, es sei denn, es liegt eine Allergie oder Stoffwechselerkrankung vor. Die Therapie besteht in einer Operation. Bei diesem Eingriff wird das nicht mehr ausreichend straffe Septum der Augenhöhle – also die bindegewebige Struktur, die den Lidapparat vom Inhalt der Augenhöhle (Orbita) trennt – eröffnet, und Fettgewebe entfernt. In anderen Fällen kann es demgegenüber sinnvoll sein, das Fettgewebe nicht zu entfernen sondern zu verlagern um die Tränensackkontur (tear trough deformity), also die Veränderung der Unterlidkontur durch bindegewebige Bänder am unteren Rand der Augenhöhle, zu beheben. In jedem Fall wird aber die Augenhöhle chirurgisch bei diesen Eingriffen eröffnet, sodass die Operation technisch deutlich aufwändiger ist als die Schlupflidkorrektur des Oberlids. Zudem ist aufgrund der nachlassenden Spannung oft auch die Straffung des Unterlids nach schläfenwärts sinnvoll, um einen nachhaltigen Operationserfolg zu gewährleisten.

Üblicherweise werden beide Augen in einer Sitzung operiert.

Was muss nach der Operation beachtet werden?

Wegen des Operationsumfangs ist die Durchführung in Vollnarkose unbedingt zu bevorzugen. Möglich ist auch die teilstationäre Durchführung mit stationärem Aufenthalt bis zum Morgen nach dem Eingriff.

Es muss mit einer Erholungszeit von 10 bis 14 Tagen gerechnet werden. Auf körperliche Belastungen sollte in der ersten Woche nach dem Eingriff komplett verzichtet werden, ebenso auf das Tragen von Make-Up. Mitunter kann es sein, dass der Patient nach der Operation zeitweise verschwommen sieht oder lichtempfindlich ist. Zum Schutz der Augen kann eine Sonnenbrille getragen werden.

Wie schnell verspüre ich eine Besserung?

Wegen des Operationsumfanges mit Reduktion von tiefem/orbitalem Fettgewebe kann es in den ersten ein bis zweiWochen zu einer deutlichen Schwellung kommen. Die Wundheilung beansprucht üblicherweise zwei bis drei Wochen.

Überblick:

Narkose: Vollnarkose
OP-Dauer: 45 – 60 Minuten
Sport und körperliche Aktivitäten: Nach ca. drei Wochen
Nach ca. 10 Tagen werden die Fäden gezogen, falls keine selbstauflösenden Fäden genutzt wurden

Operation Entropium durch Prof. Dr. S. Pitz

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