Einwärtsgedrehtes Lid – Entropium - Lidchirurgie Susanne Pitz
Augenlid, Lid-Chirurgie, Lidchirurgie
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Einwärtsgedrehtes Lid – Entropium

Unter Entropium versteht man das nach Innen-Kippen der Lidkante, häufig wird es auch als „einwärtsgedrehtes Lid“ beschrieben. Betroffen ist nahezu immer das Unterlid. Deutlich seltener kann dieses Krankheitsbild auch am Oberlid auftreten. Dann handelt es sich oft um eine Folge anderer Augenerkrankungen (z. B. Trachom, Pemphigoid, Floppy-eyelid-Syndrom).

Welche Ursachen liegen dem Entropium zugrunde?

Meist handelt es sich um eine altersbedingte Veränderung, die zunehmend ab 70 Jahren auftreten kann. Betroffen ist fast immer das untere Augenlid an einem oder an beiden Augen. Ursachen für das Entropium: mit zunehmenden Alter verlieren die stützenden Strukturen wie die Bindegewebsplatte in den Lidern (Tarsus) und die beiden Lidbändchen im inneren und äußeren Augenwinkel an Straffheit. Sie verbinden die Lider mit der Knochenhaut. Hinzukommen der Orbicularis-Muskel und weitere Muskeln, die sogenannten Retraktoren (Lidhebende Muskelzüge mit Ansatz am Lidknorpel von Ober- und Unterlid). Verändern sich nun diese Strukturen durch den Alterungsprozess, kann die Aufhängung des Lids erschlaffen, sie wird instabil. In der Folge kann die Lidkante nach innen kippen.

Weitere Formen des Entropiums:

  • Spastisches Entropium: Verkrampfungen der Lider z.B. durch schmerzhafte Entzündung (z. B. des Lids, von Bindehaut, Hornhaut, vorderer Augenkammer oder bei Verletzung des Auges)
  • Narbenentropium: Tritt nach Verletzungen, z.B. Verätzung, Verbrennung oder mechanischer Einwirkung auf das Auge, ein. Ein Narbenentropium kann auch nach chirurgischer Versorgung von Lidtumoren resultieren. Möglich bei Unter- und Oberlid.

Außerdem kann ein Entropium angeboren sein. Klinisch handelt es sich in aller Regel um ein sogenanntes „Epiblepharon“ mit überschüssiger Haut im Unterlidbereich.

Wie bemerke ich ein Entropium (Symptome):

Es handelt sich um eine deutlich sichtbare Veränderung. Das charakteristische Aussehen, d. h. das einwärtsgedrehte Lid bzw. das Nach-Innen-Kippen der Lidkante, gilt als klares Symptom für ein Entropium. Je länger ein Entropium besteht, umso ausgeprägter sind die Folgen.

Welche weiteren Symptome treten beim Entropium auf?

Durch das einwärtsgedrehte Lid schleifen die Wimpern mit jedem Lidschlag über die empfindliche Augenoberfläche. Für Betroffene fühlt sich dies meist wie ein dauerhafter Fremdkörper im Auge an. Diese permanente Reizung führt zu einer chronischen Bindehautentzündung. Das betroffene Auge ist gerötet, oft sehr lichtempfindlich und tränt. Um den unangenehmen Reiz zu vermindern, wird das Auge häufig krampfhaft zugekniffen. Dies wiederum führt zur Reizverstärkung, der Lidkrampf nimmt zu und weitere Beschwerden kommen hinzu. So können z.B. Keime eine bakterielle Entzündung auslösen. Hierdurch bildet sich ein meist gelbliches Sekret, dass das Auge verkleben kann. In ausgeprägten Fällen kann durch die mechanische Schädigung der Hornhaut eine Hornhautentzündung bis hin zum Hornhautgeschwür resultieren.

Wie wird ein Entropium behandelt?

Wenn ein Entropium nicht ausgelöst durch einen akuten Reizzustand, z.B. bei einer Entzündung der Hornhaut (Keratitis, Ulkus der Hornhaut) auftritt, ist praktisch immer die chirurgische Therapie angebracht. Konservative Maßnahmen wie die Gabe von Augentropfen/Augensalben haben lediglich lindernden oder aufschiebenden Charakter.
Die Art der Operation richtet sich nach der individuellen Situation, bei der das Lid in horizontaler Richtung zu „lang“ und/oder in vertikaler Richtung zu instabil sein kann. Entsprechend vielfältig sind die zur Verfügung stehenden OP-Techniken.
Im typischen Fall muss das Lid horizontal etwas verkürzt werden, um mehr Spannung zu gewährleisten.

Was muss nach der Operation beachtet werden?

Es muss mit einer Erholungszeit von zehn Tagen gerechnet werden. Auf körperliche Belastungen sollte in der ersten Woche nach dem Eingriff komplett verzichtet werden, ebenso auf das Tragen von Make-Up. Mitunter kann es sein, dass der Patient nach der Operation zeitweise verschwommen sieht oder lichtempfindlich ist. Zum Schutz der Augen kann eine Sonnenbrille getragen werden.

Wie schnell verspüre ich eine Besserung?

Aus Patientensicht sind die Beschwerden durch die Lidfehlstellung unmittelbar nach dem Eingriff bereits gebessert: die auf der Hornhaut scheuernden Wimpern sind sofort von der Augenoberfläche aufgerichtet. Die Wundheilung beansprucht üblicherweise ein bis zwei Wochen.

Überblick:

Narkose: Lokalanästhesie oder Vollnarkose je nach Ausgangssituation
OP-Dauer: 45 – 60 Minuten
Sport und körperliche Aktivitäten: Nach ca. drei Wochen
Nach ca. 10 Tagen werden die Fäden gezogen, falls keine selbstauflösenden Fäden genutzt wurden

Operation Entropium durch Prof. Dr. S. Pitz

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